Die schlechteste Show der Welt
2008, Inszenierung am Deutschen Theater Göttingen und auf den Festivals At.tension#2, Festival THEATER FÜR ALLE Schwankhalle Bremen, DRAMA-X Autorenwettbewerb DIE WELT IST GUT WIE SIE IST Wuk-Theater Wien
Text: Karla Ernst * Ausstattung: Andrea Huyoff (Lärz, Bremen) * Mit: Roland Bonjour, Paul Wenning, Gerd Zink (Göttingen) / Felix Lampe, Dominique Müller, Thomas Mraz, Peter Richter, Christian Strasser, Christopher Weiss, Adriana Zartl (Wien, Lärz, Bremen) *
Als hätte man die Gong-Show und Big Brother konsequent Richtung Hartz IV weitergedacht: Drei Männer, die durch alle Netze des Sozialstaats gefallen sind, haben sich eine Show ausgedacht, von der sie wissen, dass sie schlecht ist. Nun stehen sie als Supermann, Rotkäppchen und Bär vor dem Publikum und versuchen verzweifelt irgendwie die Stimmung aufrecht zu halten. Um von ihrer Unfähigkeit abzulenken, haben sie eine Frau engagiert, die sich unaufhörlich im Kreis dreht. „Die schlechteste Show der Welt“ ist so schlecht, wie ihr Name verspricht und passt sich kompromisslos den Fernsehgewohnheiten ihrer Zuschauer an. Mit allen bezahlbaren Mitteln.
„wir sind eine Nischengruppierung / eine Randerscheinung / und die fördert das Theater / besonders wenn es billig ist“
Presse:
Hohe Kunst der tanzenden Haifische: Rotkäppchen, Supermann und Bär sind verzweifelt. Drei Schauspieler, die wissen, dass sie schlecht sind, aber mit aller Kraft an ihrem Beruf festhalten. Deshalb inszenieren sie „Die schlechteste Show der Welt“. Gekonnt nehmen sie sich das Theaterleben vor wie auch den Rest der Welt und immer wieder versuchen die Gescheiterten Zeitschriften, Versicherungen und sogar sich selbst dem Publikum anzudrehen. Je entschlossener Rotkäppchen, Supermann und Bär rufen, desto verzweifelter wird ihr Ausdruck. Alles nur, um nicht zum Arbeitsamt zu müssen. Und das müssen die drei wohl auch nicht, wenn es nach dem Publikum geht: donnernder Beifall nach 75 Minuten Theater voller Komik, aber auch mit dem richtigen Hauch Tragik. (Rudolph, Göttinger Tageblatt)
Eine Frau, die sich während der gesamten Show im Kreis dreht, als Hingucker, wenn es dem Publikum langweilig wird. Ein Maler, der unablässig eine Wand streicht. Gespielte Werbung in den Showpausen. Die drei verhinderten Helden unternehmen alles, um nicht zum Sozialfall zu werden. Vom herrlich komischen Haifischtanz über den Liederabend, bis hin zur gespielten Vergewaltigung zeigen sie ihr Repertoire. Hinreißend gelungen und amüsant der Striptease. Anhaltender Beifall des Publikums, verdient für eine tolle Leistung der drei Schauspieler. (HES, K3)
(Fotos auf dieser Seite: © Dorothea Heise)
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