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DIE SCHLECHTESTE SHOW DER WELT

(Minimum 3 H + 2 Statisten)

„wir haben uns neu orientiert / unsere Ausgangsbedingungen analysiert / unsere persönlichen Probleme selektiert / unsere Softskills und sozialen Kompetenzen komplettiert / unsere Vermittlungshemmnisse justiert / zielorientierte Kenntnisse avisiert / wir haben unsere Toolbox entwickelt / wir sind jetzt nicht nur funktions- und erwerbsfähig / sondern auch markttauglich / wir sind eine Nischengruppierung / eine Randerscheinung / und die fördert das Theater / besonders wenn es billig ist“

Als hätte man die Gong-Show und Big Brother konsequent Richtung Hartz IV weitergedacht: Drei Männer, die durch alle Netze des Sozialstaats gefallen sind, haben sich eine Show ausgedacht, von der sie wissen, dass sie schlecht ist. Nun stehen sie als Supermann, Rotkäppchen und Bär vor dem Publikum und versuchen verzweifelt irgendwie die Stimmung aufrecht zu halten. Um von ihrer Unfähigkeit abzulenken, haben sie eine Frau engagiert, die sich unaufhörlich im Kreis dreht. „Die schlechteste Show der Welt“ ist so schlecht, wie ihr Name verspricht und passt sich kompromisslos den Fernsehgewohnheiten ihrer Zuschauer an. Mit allen bezahlbaren Mitteln.

Kurzfassung im Finale des Autorenwettbewerbs „Die Welt ist gut wie sie ist“ von DRAMA-X 2006 / Wuk Theater Wien in Eigenregie szenisch präsentiert. Langfassung in Eigenregie aufgeführt 2008 am Deutschen Theater Göttingen, 2007 auf den Festivals AT.TENSION#2, Kulturkosmos Lärz und THEATER FÜR ALLE, Schwankhalle Bremen. In der Spielzeit 06/07 Uraufführung am Saarländischen Staatstheater (Regie: Diem). 2008 Aufführung am Theater Gegenstand Marburg (Regie: Gerst).

Presse:

…für viel Gelächter sorgte Karla Ernst mit ihrer die Mechanismen des Theaterbetriebs karikierenden „Schlechtesten Show der Welt“. (PJ, Kurier)

Karla Ernsts “Schlechteste Show der Welt”, die sich um gesellschaftliche Außenseiter dreht, versprühte am Sonntagabend bitterbösen Sarkasmus. Da muss sich ein Trüppchen Hartz IV-Gebeutelter zum Affen machen, um auch fürderhin den Bauch voll zu kriegen. Eine grausame Zurschaustellung Verzweifelter in einer sinnleeren Anti-Show, wie sie täglich aus den TV-Geräten tropft. Vier Menschen in fragwürdigen Outfits veranstalten ebensolche Aktionen und versuchen doch das letzte Fähnchen ihrer Menschenwürde hochzuhalten. Die oralen Ergüsse eines schmierlappigen Moderators lassen stark zu wünschen übrig, ein Rotkäppchenverschnitt streicht eine Tafel weiß. Eine in garstiger Bademontur dreht sich im Kreis, und ein Typ wie ein unterernährter, komatöser Büroangestellter stiert trostlos vor sich hin. Verdienter Jubel für dieses komische, harte, gut gespielte Stück. (rr, Saarbrücker Zeitung)

Hohe Kunst der tanzenden Haifische: Rotkäppchen, Supermann und Bär sind verzweifelt. Drei Schauspieler, die wissen, dass sie schlecht sind, aber mit aller Kraft an ihrem Beruf festhalten. Deshalb inszenieren sie „Die schlechteste Show der Welt“. Gekonnt nehmen sie sich das Theaterleben vor wie auch den Rest der Welt und immer wieder versuchen die Gescheiterten Zeitschriften, Versicherungen und sogar sich selbst dem Publikum anzudrehen. Je entschlossener Rotkäppchen, Supermann und Bär rufen, desto verzweifelter wird ihr Ausdruck. Alles nur, um nicht zum Arbeitsamt zu müssen. Und das müssen die drei wohl auch nicht, wenn es nach dem Publikum geht: donnernder Beifall nach 75 Minuten Theater voller Komik, aber auch mit dem richtigen Hauch Tragik. (Rudolph, Göttinger Tageblatt)

Eine Frau, die sich während der gesamten Show im Kreis dreht, als Hingucker, wenn es dem Publikum langweilig wird. Ein Maler, der unablässig eine Wand streicht. Gespielte Werbung in den Showpausen. Die drei verhinderten Helden unternehmen alles, um nicht zum Sozialfall zu werden. Vom herrlich komischen Haifischtanz über den Liederabend, bis hin zur gespielten Vergewaltigung zeigen sie ihr Repertoire. Hinreißend gelungen und amüsant der Striptease. Anhaltender Beifall des Publikums, verdient für eine tolle Leistung der drei Schauspieler. (HES, K3)

DSSDW kommt dem perfekten Theaterstück in mehrfacher Hinsicht ziemlich nahe. Es entkommt dem Dilemma zwischen dem hohen künstlerischem Anspruch der Darsteller und den Wünschen der Zuschauer nach Zerstreuung, indem es eben beides anbietet, aber keins aufdrängt. Es ist, wie es der Premierenbesucher Johannes Lörcher fröhlich formulierte, „Eine Parodie des Scheiterns.“ (Krauskopf, Oberhessische Presse)

  • SEHNSUCHT IST UNHEILBAR (Seemannsliederabend)
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