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SEHNSUCHT IST UNHEILBAR (Seemannsliederabend)

(2 D, 4 H: Dieter, der Wirt / Maria, seine Frau / Urs, Stammgast / Jan-Hein-Klaas-Pit Albers, norddeutscher Bratfischspezialist / Tiefseefischexperte auf Exkursion / Die Frau, die ihren Hund sucht)

“Tiefseefischexperte: Ich bin… ich lebe aus dem Meer. Vor vielen Jahren bin ich in seine Tiefen getaucht und mein Leben hat sich… verändert. Im Dunkel der Ozeane sind fantastische Kreaturen zu entdecken, Wesen von überraschender Form mit monströs wirkenden Organen, die in den unglaublichsten Farben leuchten, bedrohlich blaue Lichtblitze ausspeien oder sich mit unerschöpflicher Anmut wellenförmig voranbewegen. Seltsame Wesen, ohne Schwanz, ohne Kopf. Dort, in der Tiefe die phosphoreszierenden Lichter, sie werden von Wesen getragen, die die letzten Strahlen erloschener Sterne eingefangen haben. Wie ist es möglich, dass es auf dieser Erde solche Wunder gibt und wir nichts davon ahnen? Warum hat niemand den Lauf der Welt angehalten, um uns mitzuteilen, dass da unten solche Lebewesen existieren? Die unendliche Grenze zur Zukunft misst sich nicht in Sternjahren, sie liegt in den Tiefen des Ozeans. / Maria: Sie sind Tiefseefischforscher?”

Es gab Zeiten, da begannen Reisen zu fernen Kontinenten nicht in der sterilen Atmosphäre eines Flughafens, sondern am Kai eines Hafens. Und mit der Überquerung jenes schmalen Spalts zwischen Kaimauer und Bordwand vertauschte der Seefahrer den festen Boden der Heimaterde mit den schwankenden Planken eines Schiffes, das ihn hinaustrug aufs offene Meer. Seemannslieder gehören zur Küste wie der Geruch von Seetang, Salzwasser und Schiffsdiesel. Sie erzählen von Zeiten, als die Seefahrt noch romantisch war.

Und wenn sich eine solide Berner Beiz plötzlich in eine Seemannskneipe verwandelt, wenn statt Alphorn und Volksmusik plötzlich Schifferklavier und Shantys erklingen, müssen aussergewöhnliche Dinge passiert sein. Dann warten die Stammgäste auf die Rückkehr von Onkel Hans, einen der gar nicht so wenigen Schweizer, die die Weite der Meere der Enge der Alpentäler vorgezogen haben und zur See gefahren sind.

Ein musikalisches Kaleidoskop über Fische, Seemänner, Neptun und die Liebe.

Uraufführung 2010 in Eigenregie am Stadttheater Bern.

Presse:

Fernweh-Reigen in “Dieters Stübli”: Herrlich skurril wird in einer wunderlichen Matrosenbar die Sehnsucht nach dem Meer beschworen, Seemannsgarn und Drittklassschlager inbegriffen. Was das Seemannsherz begehrt - hier ist es zu finden: Muschel, Mast und Möwe, Plastikkrebse, Rettungsringe und Fischerutensilien, als ob die hohe See gleich vor der Türe liegen würde. Aber eben: Das Meer ist weit weg und das Leben ziemlich salzig. Umso grösser ist die Fernsucht - und die Sehnsucht nach der Sehnsucht. Sie spiegelt sich im Seemannsgarn, das da aufs Schönste gewoben wird in diesem Binnenland-Matrosenabend am Hafen von Bern. Und sie spiegelt sich in den Songs, die in diesem Schmalspurmusical immer wieder unvermittelt zur Entfaltung kommen, in denen sich „Tisch“ auf „Fisch“ und „Rum“ auf „fällt um“ reimt. Es sind alle an Bord: Jan-Hein-Klaas-Pit Albers, der energische Bratfischspezialist und Nostalgiker aus Norddeutschland; Urs, der grantige Stammgast; eine Frau, die singend ihren Hund sucht; ein gestiefelter Tiefseefischexperte und natürlich das Wirteehepaar Dieter und Maria. Sie keifen, küssen, weinen, sie protzen und singen und am Ende verlässt man „Dieters Stübli“ heiter beschwingt, in leichter Verzückung über einen anarchischen Abend voller Derbheiten, Matrosenherzblut und entwaffnendem Unsinn. (Meier, Berner Zeitung)

Während die einen ein kühles Bier trinken möchten, warten die anderen auf Onkel Hans, den einheimischen Seemann. Berge und Ozeane begegnen sich an der schönen grünen Aare - des Mittelländers Sehnsucht nach dem weiten Nass scheint für einmal direkt vor der Haustüre gestillt zu werden. Fische feiern Feten, der Mary Ann ist man treu, anderen flotten Dampfern eher weniger und in Träumen möchte man Blusenknopf oder Gitarre sein. (Strickler, Bund)

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